Sehr geehrte Damen und Herren,
Universal Design beschreibt einen umfassenden Gestaltungsansatz für Immobilien, der darauf abzielt, Wohn- und Lebensräume so zu planen, dass sie für alle Menschen gleichermaßen nutzbar sind – unabhängig von Alter, körperlichen Fähigkeiten oder individuellen Einschränkungen. Im Gegensatz zur klassischen Barrierefreiheit, die spezifische Bedürfnisse adressiert, verfolgt Universal Design einen integrativen und vorausschauenden Ansatz. Räume – z.B. private Wohnräume, gemeinschaftlich genutzte Räume, öffentliche Quartierstreffs aber auch gemeinsame Außenflächen – werden von Beginn an so konzipiert, dass sie intuitiv, flexibel und ästhetisch ansprechend sind und damit eine breite Nutzerschaft ganz selbstverständlich einbeziehen.
Die Grundprinzipien des Universal Designs spiegeln diese Philosophie wider. Dazu gehört die gleichberechtigte Nutzung, etwa durch stufenlose Eingänge, breite Türen und großzügige Flure, die allen Menschen den gleichen Zugang ermöglichen. Flexibilität in der Gestaltung zeigt sich beispielsweise in einer multifunktionalen Eingangstheke, wo Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Bedürfnissen den für sie „richtigen Platz“ finden. Wichtig ist dabei eine einfache und intuitive Nutzung: Klare Raumstrukturen, logische Wegeführungen und verständliche Beschilderungen schaffen Orientierung und erleichtern den Alltag. Hierbei können z.B. Eingänge zu Gemeinschaftsräumen durch hohe Kontraste gut sichtbar gemacht werden, wohingegen Eingänge zu Räumen, die nicht für Publikumsverkehr gedacht sind, durch kontrastarme Gestaltung in der umliegenden Wandfarbe optisch verschwinden. Ergänzend dazu tragen sensorisch gut wahrnehmbare Elemente – wie taktile Bodenmarkierungen oder kontrastreiche Gestaltung – dazu bei, dass Informationen über unterschiedliche Sinneskanäle zugänglich sind. Hierbei werden insbesondere mit Blick auf Menschen mit Demenz dezente Muster bevorzugt, um Irritationen zu vermeiden. Maßnahmen wie etwa automatische Lichtschalter, rutschfeste Bodenbeläge oder Bewegungsmelder, reduzieren Unfallrisiken und erhöhen die Sicherheit im gesamten Gebäude. Ein geringer körperlicher Aufwand bei der Raumnutzung wird durch leichtgängige Türen, ergonomisch geformte Griffe und Schiebetüren erreicht. Gleichzeitig sorgt ausreichend Platz – insbesondere in Bädern und Küchen – dafür, dass die Nutzung auch mit Hilfsmitteln oder in Begleitung problemlos möglich ist.
Für Sozial- und Gesundheitsimmobilien bietet Universal Design eine Vielzahl von Vorteilen. Durch die vorausschauende Planung entsteht eine hohe Zukunftsorientierung: Bewohnerinnen und Bewohner können auch bei nachlassender Mobilität oder im hohen Alter länger selbstbestimmt wohnen und leben. Gleichzeitig erhöht der Ansatz die Wirtschaftlichkeit, da kostspielige Umbauten im späteren Lebenszyklus eines Gebäudes vermieden werden. Auch die Lebensqualität profitiert deutlich: Ein komfortables, bequemes und stressreduziertes Wohnumfeld wirkt sich positiv auf das körperliche und psychische Wohlbefinden aus. Nicht zuletzt fördert Universal Design soziale Inklusion. Da Räume für alle gleichermaßen gestaltet sind, entsteht ein Umfeld, das Zugehörigkeit vermittelt und Stigmatisierungen vermeidet – eine Qualität, die insbesondere in Sozialimmobilien von hohem gesellschaftlichem Wert ist. Dabei bieten nicht-technische Lösungen eine hohe Nutzerfreundlichkeit und niedrige laufende Kosten (keine Wartung, wenig Schäden).
Beispiel: Multifunktionale Eingangstheke (Arbeitsplatz, Raumteiler, Informations-Fächer, unterfahrbar) für unterschiedliche Nutzer-Anforderungen

Beispiel: Räumliche Priorisierung und Auffindbarkeit (links: Erkennbarkeit des Aufenthaltsraums durch farbige Markierung und starke Kontraste. Rechts: weiße Türen in weißen Wänden für Diensträume)

Beispiel: Etagenfarben zur Orientierung im Gebäude

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