Das Gesetz zur Änderung des WTG und die Verordnung zur Änderung der WTG -Durchführungsverordnung wurden am 10.04.19 vom Landtag NRW beschlossen

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Die In­ten­ti­on der Re­form des WTG wird damit be­grün­det, dass  die Rah­men­be­din­gun­gen für die Pfle­ge und Be­treu­ung von äl­te­ren Men­schen,pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen und Men­schen mit Be­hin­de­rung er­heb­lich ver­bes­sert wer­den sol­len.

Die  Än­de­run­gen be­tref­fen u.a. fol­gen­de Eck­punk­te :

  • Das Ver­fah­ren zur Über­prü­fung der Qua­li­fi­ka­ti­on von Ein­rich­tungs­lei­tun­gen wird ein­ge­stellt; die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen im Ge­setz und in der Ver­ord­nung wer­den auf­ge­ho­ben.   Den Trä­gern ob­liegt die Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­ant­wor­tung für ihre Ein­rich­tun­gen. Sie stel­len, auch in An­be­tracht eines hohen Ei­gen­in­ter­es­ses, si­cher, dass die Lei­tung der Ein­rich­tun­gen aus­rei­chend qua­li­fi­zier­ten und   kom­pe­ten­ten Per­so­nen über­tra­gen wird. Lan­des­ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen sind hier­zu nicht er­for­der­lich.
  • Ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Qua­li­tät der Pfle­ge und Be­treu­ung in den Ein­rich­tun­gen haben viel­mehr die Pfle­ge­dienst­lei­tun­gen und ver­ant­wort­li­chen Fach­kräf­te. Sie sol­len künf­tig wei­sungs­un­ab­hän­gig in ihren pfle­ge- und    be­treu­ungs­fach­li­chen Ent­schei­dun­gen sein und diese ohne Rück­sicht auf die wirt­schaft­li­chen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ent­schei­dun­gen des Trä­gers durch­set­zen kön­nen.
  • Durch ver­bes­ser­te Rah­men­be­din­gun­gen wer­den An­rei­ze für die Ent­ste­hung von Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen ge­setzt und so einem Man­gel in die­sem Be­reich ent­ge­gen­ge­wirkt. Über­steigt die vor­han­de­ne Zahl den ge­setz­lich zu­läs­si­gen    An­teil an Dop­pel­zim­mern, kön­nen diese vor­über­ge­hend für die Kurz­zeit­pfle­ge ge­nutzt wer­den. Neue Ein­rich­tun­gen sol­len die zu­läs­si­ge Platz­zahlober­gren­ze über­schrei­ten dür­fen, wenn sie sich ver­pflich­ten, zu­sätz­li­che    Kurz­zeit­pfle­ge­plät­ze zu er­rich­ten.
  • Alle Pfle­ge- und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen sol­len ver­pflich­tet wer­den, flä­chen­de­cken­den In­ter­net­zu­gang für die Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner ein­zu­rich­ten.
  • Es wer­den die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen, die Zahl frei­er und be­leg­ba­rer Plät­ze in allen Ein­rich­tun­gen elek­tro­nisch zu er­fas­sen. Diese sol­len von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern über eine    In­ter­net­sei­te ab­ruf­bar sein, um mit ge­rin­gem Auf­wand einen frei­en Pfle­ge­platz in der Re­gi­on fin­den zu kön­nen.

Mit der Än­de­rung der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung wer­den u.a. fol­gen­de Kon­kre­ti­sie­run­gen vor­ge­nom­men:

  • Von der Vor­ga­be des § 20 Ab­satz 2 des Wohn- und Teil­ha­be­ge­set­zes darf auch dann ab­ge­wi­chen wer­den, wenn mit jedem die 80 Plät­ze über­schrei­ten­den Platz ein wei­te­rer ge­son­der­ter se­pa­ra­ter Kurz­zeit­pfle­ge­platz    im sel­ben Ge­bäu­de oder im sel­ben räum­lich ver­bun­de­nen Ge­bäu­de­kom­plex er­rich­tet wird, so­weit die Ge­samt­platz­zahl120 Plät­ze nicht über­schrei­tet. Eine Ab­wei­chung nach Satz 2 setzt vor­aus, dass ein be­son­de­res,  auf Dauer an­ge­leg­tes Kurz­zeit­pfle­ge­kon­zept vor­han­den ist und die Kurz­zeit­pfle­ge­plät­ze aus­schließ­lich für die Kurz­zeit­pfle­ge ge­nutzt wer­den. Die Be­le­gung der Plät­ze ist zu do­ku­men­tie­ren. Eine Um­wand­lung der Plät­ze   führt zum Wi­der­ruf der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung.
  • Dem § 8 wird fol­gen­der Ab­satz 8 an­ge­fügt: ,,(8) So­fern in der Ein­rich­tung das Rau­chen in den In­di­vi­du­al­be­rei­chen nicht ge­stat­tet wird, ist den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern ein ge­eig­ne­ter Ge­mein­schafts­raum zur Ver­fü­gung zu stel­len,  in dem das Rau­chen er­laubt ist. Die Leis­tungs­an­bie­te­rin­nen und Leis­tungs­an­bie­ter müs­sen ge­eig­ne­te Vor­keh­run­gen tref­fen, um die Rauch­frei­heit und den ge­sund­heit­li­chen Schutz der üb­ri­gen sich in der Ein­rich­tung   auf­hal­ten­den Per­so­nen so weit wie mög­lich zu ge­währ­leis­ten.
  • § 23,,(4) Die Leis­tungs­an­bie­te­rin­nen und Leis­tungs­an­bie­ter haben der zu­stän­di­gen Be­hör­de die Zahl frei­er und be­leg­ba­rer Plät­ze ta­ges­ak­tu­ell über die Da­ten­bank nach § 5 zu über­mit­teln. Ein­rich­tun­gen der Ein­glie­de­rungs­hil­fe sind von die­ser Pflicht    aus­ge­nom­men.  Die Zahl der frei­en und be­leg­ba­ren Plät­ze darf unter An­ga­be des Na­mens, der An­schrift und der Kon­takt­da­ten der Ein­rich­tung sowie der Leis­tungs­an­bie­te­rin oder des Leis­tungs­an­bie­ters im In­ter­net ver­öf­fent­licht wer­den
  • § 25 wird wie folgt ge­än­dert: a) Dem Wort­laut wird fol­gen­der Ab­satz 1 vor­an­ge­stellt: ,,( 1) Die Leis­tungs­an­bie­te­rin oder der Leis­tungs­an­bie­ter hat, so­weit die Ver­sor­gung von Nut­ze­rin­nen und Nut­zern mit in­ten­siv-pfle­ge­ri­schem Be­treu­ungs­be­darf  es er­for­dert, je­der­zeit eine Not­strom­ver­sor­gung zu ge­währ­leis­ten.

Än­de­rungs­ge­setz und Än­de­rung Durch­füh­rungs­ver­ord­nung fin­den Sie hier